
Quedlinburger Domschatz
Der Domschatz in Quedlinburg ist einer der bedeutendsten Schätze Deutschlands. Er ist in der Domschatzkammer der Stiftskirche St. Servatius in Quedlinburg in zwei Räumen nördlich und südlich des Altarraumes ausgestellt. Zum Großteil besteht der Schatz aus Geschenken an den Damenstift durch das ottonische Herrscherhaus, das von 919 bis 1024 das Heilige Römische Reich regierte.
Da der Damenstift im Jahr 936 eigens für die Memoria des verstorbenen König Heinrichs I. (876 – 936) und die gesamte ottonische Familie in Quedlinburg gegründet worden war, musste er reich ausgestattet werden. Der Besitz kostbarer Reliquien war ein Zeichen für Macht und Größe einer kirchlichen Einrichtung und spiegelte damit letztlich die Größe des Herrscherhauses wider. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde im Zuge der Säkularisierung der Damenstift aufgelöst und ging zusammen mit dem Fürstentum Quedlinburg in den Besitz von Preußen über. Die bedeutsamsten Stücke des Domschatzes sind das Servatiusreliquiar (ein reich mit Goldfiligranarbeiten verzierter Elfenbeinkasten), der Heinrichskamm, das Samuhelevangeliar, das Heinrichsreliquiar und das Wiperti-Evangelistar.
Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurden von einem amerikanischen Soldaten zwölf Stücke des Schatzes in die USA gebracht. Nach seinem Tod kam es Anfang der 80er Jahre zu längeren juristischen Streitigkeiten, als die Stücke von seinen Erben auf dem internationalen Kunstmarkt verkauft werden sollten. 1992 kehrten zehn Stücke nach Deutschland zurück, während bis heute zwei Stücke in den USA verschollen sind. Die außerordentliche Bedeutung des Domschatzes war ein wesentlicher Grund, warum Quedlinburg 1994 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde.



